Internetseite von Jörg Zink
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Das Geschenk eines jeden Tages

Ein Gedanke für heute, 5. Juni

Beim Beten bedeuten die gefalteten oder aneinander gelegten Hände: Ich will jetzt nichts tun. Ich will nichts erreichen. Ich bin in Gott. Wenn wir die Hände ausbreiten und schalenförmig nach oben öffnen, sagen wir damit: Ich weiß, dass ich alles, was gut für mich ist, empfangen muss. Und Gott wird mir geben, was ich brauche.

Wenn ich still und ruhig werden will, um beten zu können, dann sage ich damit: Der ganze Betrieb, in dem ich den ganzen Tag über lebe, soll beendet sein. Gott kommt in die Stille, nicht in die Hektik. Seine Stimme ist leise und nicht laut. Ich warte darauf, dass er mich besucht und mich segnet.

Kriegt ein Hund im Himmel Flügel?, S. 136

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3. Juni

Schweigen möchte ich, Gott,
und auf dich warten.

Schweigen möchte ich, damit ich verstehe,
was in deiner Welt geschieht.

Schweigen möchte ich,
damit ich mir selbst nahe bin
und allen deinen Geschöpfen
und deine Stimme rundum höre.

Ich möchte schweigen,
damit ich unter den vielen Stimmen
die deine erkenne.

Ich möchte schweigen
und darüber staunen,
dass du für mich ein Wort hast.

Gott, ich bin nicht wert,
dass du zu mir kommst,
aber sprich nur ein Wort,
so wird meine Seele gesund.

Wie wir beten können, S. 15

4. Juni

Zu den wichtigsten Übungen für dich, wenn du auf deinem inneren Weg weiterkommen willst, gehört, mit deinen Gedanken umzugehen und möglichst vielen auf die Spur zu kommen. Sie einzuholen, sie zu stellen, sie zu prüfen. Und dann selbst weiterzudenken auf Bahnen, die du selbst deinen Gedanken vorzeichnest.

Die Inder sagen: „Die Gedanken sind wie Affen, die in deinem Kopf wie in einem Baum umherturnen.“ Stell dich also still vor den Baum, fange einen nach dem anderen ein, betrachte sie einen Augenblick und setze sie neben dir auf die Erde. Behalte sie aber im Auge, denn sie sind schnell wieder oben im Baum. Aber streite nicht mit ihnen, beschimpfe sie nicht. Sie sind ja nicht deine Gegner, sondern deine eigenen Gedanken. Nimm sie und setze sie still und freundlich und im Frieden auf die Seite.

Die Goldene Schnur, S. 88 f.

Cover, Jörg Zink - Das Geschenk eines jeden Tages

Das Geschenk eines jeden Tages

Ein Jahresbegleiter

Innehalten und Nachdenken an jedem Tag des Jahres
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Die Einsicht, dass jeder Tag geschenktes Leben bedeutet, geht in der Hektik unseres Alltags leicht verloren. Mit einem Text für jeden Tag lädt dieser Jahresbegleiter ein, zur Ruhe zu kommen, Wesentliches zu bedenken und dann mit neuer Offenheit all dem zu begegnen, was der Tag uns schenkt.

Vergriffene neu bearbeitete und gestaltete Ausgabe 2015
des von Alexandra Reiter und Hildegunde Wöller
erstmals 2005 herausgegebenen Titels
Gebunden, 329 Seiten, 13 x 16,5 cm

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