Internetseite von Jörg Zink
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Das Geschenk eines jeden Tages

Ein Gedanke für heute, 6. Juni

Die Mystikerinnen und Mystiker der christlichen Geschichte sagten so:

Glaube nichts nur deshalb, weil es dir ein anderer sagt, sondern erfahre und denke selbst und lass dich überraschen von dem, was dir dabei widerfährt. Erwarte nichts von anderen, was du nur selbst finden kannst, stelle niemanden als Heiligenfigur in die Landschaft, sondern steh selbst. Sei selbst jetzt und hier und ganz und gar offen und bereit. Sei anwesend. Und sei überzeugt: Je selbstverständlicher du anwesend bist, desto dichter und näher wirst du das Geheimnis Gottes erfahren. Deine eigene Seele ist dir nicht so nah wie Gott.

Dornen können Rosen tragen, S. 23, 25

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4. Juni

Zu den wichtigsten Übungen für dich, wenn du auf deinem inneren Weg weiterkommen willst, gehört, mit deinen Gedanken umzugehen und möglichst vielen auf die Spur zu kommen. Sie einzuholen, sie zu stellen, sie zu prüfen. Und dann selbst weiterzudenken auf Bahnen, die du selbst deinen Gedanken vorzeichnest.

Die Inder sagen: „Die Gedanken sind wie Affen, die in deinem Kopf wie in einem Baum umherturnen.“ Stell dich also still vor den Baum, fange einen nach dem anderen ein, betrachte sie einen Augenblick und setze sie neben dir auf die Erde. Behalte sie aber im Auge, denn sie sind schnell wieder oben im Baum. Aber streite nicht mit ihnen, beschimpfe sie nicht. Sie sind ja nicht deine Gegner, sondern deine eigenen Gedanken. Nimm sie und setze sie still und freundlich und im Frieden auf die Seite.

Die Goldene Schnur, S. 88 f.

5. Juni

Beim Beten bedeuten die gefalteten oder aneinander gelegten Hände: Ich will jetzt nichts tun. Ich will nichts erreichen. Ich bin in Gott. Wenn wir die Hände ausbreiten und schalenförmig nach oben öffnen, sagen wir damit: Ich weiß, dass ich alles, was gut für mich ist, empfangen muss. Und Gott wird mir geben, was ich brauche.

Wenn ich still und ruhig werden will, um beten zu können, dann sage ich damit: Der ganze Betrieb, in dem ich den ganzen Tag über lebe, soll beendet sein. Gott kommt in die Stille, nicht in die Hektik. Seine Stimme ist leise und nicht laut. Ich warte darauf, dass er mich besucht und mich segnet.

Kriegt ein Hund im Himmel Flügel?, S. 136

Cover, Jörg Zink - Das Geschenk eines jeden Tages

Das Geschenk eines jeden Tages

Ein Jahresbegleiter

Innehalten und Nachdenken an jedem Tag des Jahres
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Die Einsicht, dass jeder Tag geschenktes Leben bedeutet, geht in der Hektik unseres Alltags leicht verloren. Mit einem Text für jeden Tag lädt dieser Jahresbegleiter ein, zur Ruhe zu kommen, Wesentliches zu bedenken und dann mit neuer Offenheit all dem zu begegnen, was der Tag uns schenkt.

Vergriffene neu bearbeitete und gestaltete Ausgabe 2015
des von Alexandra Reiter und Hildegunde Wöller
erstmals 2005 herausgegebenen Titels
Gebunden, 329 Seiten, 13 x 16,5 cm

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