Internetseite von Jörg Zink
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Das Geschenk eines jeden Tages

Ein Gedanke für heute, 10. Juli

Als Christen können wir wissen, dass der Weg zur Wahrheit und zum Leben nie ein für alle Mal gefunden und gegangen werden kann. Er wird immer von Unwissenheit zur Klarheit und danach wieder zu einem neuen Nichtwissen führen, vom Unglauben zum Glauben, vom Glauben zum Zweifel und zu einem neuen Vertrauen. Jeden Tag gehen wir als veränderte Menschen durch eine neue Umgebung, begreifen einmal das eine, einmal das andere und müssen uns mit dem begnügen, was uns jeweils zuwächst.


Es ist nicht so selten, dass ich dasitze wie vor einem Brettspiel und die Figuren planlos hin und her schiebe. Ich spiele nicht. Ich schiebe nur die Klötze hin und her. Es bleiben immer dieselben Klötze und keine Lösung kommt in Sicht.

Dann muss sich ein Engel dazusetzen und mitspielen. Vielleicht setzt er plötzlich die Figuren anders und das Spiel geht weiter. Ich sehe ihn nicht, aber ich merke, dass mir da einer eine gute Idee zugespielt hat.

Dornen können Rosen tragen, S. 39
Meine Gedanken sind bei dir, S. 27

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8. Juli

Glaube, wie wir Christen ihn verstehen, ist das Wagnis, sich auf ein Gegenüber einzulassen und mit ihm zu leben. Auf das Gegenüber zu einem ansprechbaren und hörenden Gott; auf das Gegenüber zu dem Jesus Christus, der uns Gott gezeigt und uns den Weg zu ihm eröffnet hat; auf das Gegenüber auch zu vielen unbequemen und unhandlichen Menschen; auf das ehrliche Gegenüber auch zu mir selbst und auf einen freundlichen Umgang mit mir.


Es mag mancher, der heute den Weg der Jüngerschaft unter die Füße nimmt, als nützlicher, wenngleich harmloser Idealist gelten. Immerhin: Durch seinen Glauben ändert sich etwas. Dadurch, dass er auf irgendeine Weise versucht, anderen Brot, Liebe oder Gerechtigkeit zu bringen, zeigt er den Sinn. Dadurch, dass er das scheinbar Unwirkliche ernst nimmt, schafft er Wirklichkeit. Aus dem Glauben kommt Brot.

Das christliche Bekenntnis, S. 95
Erfahrung mit Gott, S. 126

9. Juli

Der christliche Glaube ist kein Lehrstoff, den einer auswendig lernt und den man dann abfragt. Er bildet sich vielmehr in vielen Erlebnissen, in Begegnungen mit vielen Menschen und ihren Schicksalen und im Horchen auf sehr viele Stimmen, auch in uns selbst. Erfahrung ist eine der stärksten Quellen unserer Kraft. Erfahren heißt wörtlich „durch Fahren gewinnen“, nämlich dadurch, dass man sich selbst auf die Reise begibt, auf die Suche nach Wahrheit und Sinn, auf die Suche nach Gott und seiner Nähe.

Dornen können Rosen tragen, S. 26

Cover, Jörg Zink - Das Geschenk eines jeden Tages

Das Geschenk eines jeden Tages

Ein Jahresbegleiter

Innehalten und Nachdenken an jedem Tag des Jahres
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Die Einsicht, dass jeder Tag geschenktes Leben bedeutet, geht in der Hektik unseres Alltags leicht verloren. Mit einem Text für jeden Tag lädt dieser Jahresbegleiter ein, zur Ruhe zu kommen, Wesentliches zu bedenken und dann mit neuer Offenheit all dem zu begegnen, was der Tag uns schenkt.

Vergriffene neu bearbeitete und gestaltete Ausgabe 2015
des von Alexandra Reiter und Hildegunde Wöller
erstmals 2005 herausgegebenen Titels
Gebunden, 329 Seiten, 13 x 16,5 cm

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