Internetseite von Jörg Zink
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Das Geschenk eines jeden Tages

Ein Gedanke für heute, 9. Juli

Der christliche Glaube ist kein Lehrstoff, den einer auswendig lernt und den man dann abfragt. Er bildet sich vielmehr in vielen Erlebnissen, in Begegnungen mit vielen Menschen und ihren Schicksalen und im Horchen auf sehr viele Stimmen, auch in uns selbst. Erfahrung ist eine der stärksten Quellen unserer Kraft. Erfahren heißt wörtlich „durch Fahren gewinnen“, nämlich dadurch, dass man sich selbst auf die Reise begibt, auf die Suche nach Wahrheit und Sinn, auf die Suche nach Gott und seiner Nähe.

Dornen können Rosen tragen, S. 26

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7. Juli

Gott, ich bejahe deinen Willen.
Ich möchte ihn bejahen.
Hilf mir. Ich kann es nicht allein.

Ich weiß, dass du mich hörst,
und weiß dennoch nicht, warum ich sprechen soll.

Ich weiß, dass du mich führst,
und weiß dennoch keinen Weg.

Ich weiß, dass du mir mein Geschick zuteilst,
und kann es dennoch nicht annehmen.

Ich weiß, dass mein Wille und der deine eins sind,
und werde dennoch meine Angst nicht los.

Ich weiß, dass du mir Freiheit zugedacht hast,
und lebe doch im Kerker.

Ich weiß, dass dein Zeitplan anders ist als der meine,
und habe dennoch keine Geduld.

Ich weiß, dass ich dir am nächsten bin,
wenn ich mich ängste.
Ich weiß, dass du mich hältst, auch wenn ich falle.

Nein, ich weiß es nicht. Ich glaube es.
Ich möchte es glauben.
Trotz allem. Hilf mir.

Wie wir beten können, S. 173

8. Juli

Glaube, wie wir Christen ihn verstehen, ist das Wagnis, sich auf ein Gegenüber einzulassen und mit ihm zu leben. Auf das Gegenüber zu einem ansprechbaren und hörenden Gott; auf das Gegenüber zu dem Jesus Christus, der uns Gott gezeigt und uns den Weg zu ihm eröffnet hat; auf das Gegenüber auch zu vielen unbequemen und unhandlichen Menschen; auf das ehrliche Gegenüber auch zu mir selbst und auf einen freundlichen Umgang mit mir.


Es mag mancher, der heute den Weg der Jüngerschaft unter die Füße nimmt, als nützlicher, wenngleich harmloser Idealist gelten. Immerhin: Durch seinen Glauben ändert sich etwas. Dadurch, dass er auf irgendeine Weise versucht, anderen Brot, Liebe oder Gerechtigkeit zu bringen, zeigt er den Sinn. Dadurch, dass er das scheinbar Unwirkliche ernst nimmt, schafft er Wirklichkeit. Aus dem Glauben kommt Brot.

Das christliche Bekenntnis, S. 95
Erfahrung mit Gott, S. 126

Cover, Jörg Zink - Das Geschenk eines jeden Tages

Das Geschenk eines jeden Tages

Ein Jahresbegleiter

Innehalten und Nachdenken an jedem Tag des Jahres
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Die Einsicht, dass jeder Tag geschenktes Leben bedeutet, geht in der Hektik unseres Alltags leicht verloren. Mit einem Text für jeden Tag lädt dieser Jahresbegleiter ein, zur Ruhe zu kommen, Wesentliches zu bedenken und dann mit neuer Offenheit all dem zu begegnen, was der Tag uns schenkt.

Vergriffene neu bearbeitete und gestaltete Ausgabe 2015
des von Alexandra Reiter und Hildegunde Wöller
erstmals 2005 herausgegebenen Titels
Gebunden, 329 Seiten, 13 x 16,5 cm

Antiquarisch evtl. erhältlichamazon-logoZVAB-logo