Internetseite von Jörg Zink
Die Internetseite von Jörg Zink

Das Geschenk eines jeden Tages

Ein Gedanke für heute, 12. Juli

Was ist denn das Evangelium, von dem wir so viel reden und unter dem so viele Menschen sich nichts vorstellen können? Es ist im Grunde weiter nichts als die Deutung für das, was am Tisch geschieht.

Da sagt Jesus: Komm von der Landstraße, du Mensch auf deinem mühseligen Weg! Hier ist ein Haus. Leg deinen Mantel ab. Den brauchst du draußen, wo es regnet und kalt ist. Stell dein Gepäck ab. Hier ist ein Tisch. Setz dich. Hier sitzen auch andere. Die nehmen dich auf. Die begrüßen dich. Zu denen gehörst du, und nichts, was du bist oder was du mitbringst, soll die Gemeinschaft hindern.

Denn ich, Christus, bin mitten unter euch. Ich lade ein. Ich bin die geöffnete Tür. Ich bin die offene Hand. Ich lege dir das Brot vor. Ich gieße den Wein ein. Mehr noch: Ich bin das Brot. Ich bin der Wein. Komm und iss, es ist alles bereit.

Eine Handvoll Hoffnung, S. 88

zum Text von vorgestern >>zum Text von gestern >>

10. Juli

Als Christen können wir wissen, dass der Weg zur Wahrheit und zum Leben nie ein für alle Mal gefunden und gegangen werden kann. Er wird immer von Unwissenheit zur Klarheit und danach wieder zu einem neuen Nichtwissen führen, vom Unglauben zum Glauben, vom Glauben zum Zweifel und zu einem neuen Vertrauen. Jeden Tag gehen wir als veränderte Menschen durch eine neue Umgebung, begreifen einmal das eine, einmal das andere und müssen uns mit dem begnügen, was uns jeweils zuwächst.


Es ist nicht so selten, dass ich dasitze wie vor einem Brettspiel und die Figuren planlos hin und her schiebe. Ich spiele nicht. Ich schiebe nur die Klötze hin und her. Es bleiben immer dieselben Klötze und keine Lösung kommt in Sicht.

Dann muss sich ein Engel dazusetzen und mitspielen. Vielleicht setzt er plötzlich die Figuren anders und das Spiel geht weiter. Ich sehe ihn nicht, aber ich merke, dass mir da einer eine gute Idee zugespielt hat.

Dornen können Rosen tragen, S. 39
Meine Gedanken sind bei dir, S. 27

11. Juli

Nicht das ist das Neue, Fremde, dass über Jesus Christus gesagt wird, er sei „Sohn Gottes“, sondern dies, dass eben dasselbe auch von uns Menschen gesagt wird.

Christus ist „Sohn“. Und du, Frau oder Mann, du sollst das gleiche sein: Tochter oder Sohn Gottes. Fasse das! Halte es fest! Lass dich nicht um diese Würde, diesen Rang bringen. Nicht um die Freude, die Begeisterung, um den Mut und was alles eine solche Bezeichnung in dir auslösen mag.

Geh unbefangen und ohne Angst in dich selbst hinein! Du begegnest der Tochter oder dem Sohn Gottes, die oder der in dir verborgen zum Leben gekommen ist.

Dornen können Rosen tragen, S. 277 f.

Cover, Jörg Zink - Das Geschenk eines jeden Tages

Das Geschenk eines jeden Tages

Ein Jahresbegleiter

Innehalten und Nachdenken an jedem Tag des Jahres
mehr »

Die Einsicht, dass jeder Tag geschenktes Leben bedeutet, geht in der Hektik unseres Alltags leicht verloren. Mit einem Text für jeden Tag lädt dieser Jahresbegleiter ein, zur Ruhe zu kommen, Wesentliches zu bedenken und dann mit neuer Offenheit all dem zu begegnen, was der Tag uns schenkt.

Vergriffene neu bearbeitete und gestaltete Ausgabe 2015
des von Alexandra Reiter und Hildegunde Wöller
erstmals 2005 herausgegebenen Titels
Gebunden, 329 Seiten, 13 x 16,5 cm

Antiquarisch evtl. erhältlichamazon-logoZVAB-logo