Internetseite von Jörg Zink
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Das Geschenk eines jeden Tages

Ein Gedanke für heute, 12. November

Niemand braucht zu wissen, wo die Toten sind. Nichts ist uns darüber gesagt. Vielleicht sind sie uns näher, als wir ahnen. Vielleicht ist nur eine dünne Wand zwischen der Welt der Toten und der Welt der Lebenden. Vielleicht ist es erlaubt zu vermuten: So nahe Gott ist, so nahe können die Toten sein, denn sie sind in Gott. Aber mehr sich auszudenken ist müßig.


Jesus ist nicht gekommen, um unsere Warum-Fragen zu beantworten, sondern um uns durch die dunkle Landschaft unserer Fragen zu begleiten. Er sagt nicht: Das ist die Lösung! Sondern: Ich bin da. Ich bin bei dir bis ans Ende, und damit sage ich: Gott ist bei dir. Er geht dir voraus in meiner Gestalt. Geh mit.

Erfahrung mit Gott, S. 257 f.
Die Goldene Schnur, S. 132

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10. November

Die Schwermut kann, wenn sie sich nicht einschließt in einen erstarrenden Menschen, eine tiefe Einsicht in das Wesen und die Bestimmung des Menschen eröffnen. In dem Maße, wie wir begreifen, wie verletzlich, wie auf Verwundung, Vereinsamung und Tod hin wir Menschen angelegt sind, könnten wir Menschen werden, deren Bestimmung sich erfüllt. Wir könnten die Frage nach dem Sinn mit der Aussicht auf eine Antwort stellen. Wir könnten in der Trauer, die ein Tor zur Weisheit ist, Barmherzigkeit aufbringen für die Ohnmacht und Verletzlichkeit des anderen. Wir könnten an unseren Grenzen haltmachen vor der unendlichen Menge ungelöster Fragen, ehrfürchtig und schweren Herzens.

Erfahrung mit Gott, S. 236

11. November

Natürlich ist unser Verstand zu klein, Gott und sein Geheimnis zu fassen. Wenn ich ernsthaft über diese Welt und über das Dasein der Menschen nachdenke, muss ich von Gott reden und weiß doch, dass ich nichts von ihm weiß. Ich bin ein kleiner Mensch und kann das Unendliche nicht fassen.


Die wichtigsten Fragen, die wir stellen können, lassen sich am schwersten lösen. Niemand hat bisher die Antwort gefunden auf die Frage nach dem Sinn des Lebens. Aber wir können einen Glauben finden, der so ist, dass wir unsere bohrenden und quälenden Fragen aus der Hand legen können. Er gibt zwar keinen Bescheid, aber er bringt den Frieden und der Friede ist mehr als alles Wissen über die Rätsel und Geheimnisse der Welt. Er bringt am Ende das Vertrauen, dass in der Mitte auch der dunkelsten Nacht ein lichter Tag beginnt: der Tag Gottes, an dem wir in ein neues Leben aufstehen – hier noch auf unserer Erde und am Ende, wenn wir in einer anderen Welt wieder erwachen.

Grüße zur Heiligen Nacht, S. 23
Die Mitte der Nacht ist der Anfang des Tages, S. 7

Cover, Jörg Zink - Das Geschenk eines jeden Tages

Das Geschenk eines jeden Tages

Ein Jahresbegleiter

Innehalten und Nachdenken an jedem Tag des Jahres
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Die Einsicht, dass jeder Tag geschenktes Leben bedeutet, geht in der Hektik unseres Alltags leicht verloren. Mit einem Text für jeden Tag lädt dieser Jahresbegleiter ein, zur Ruhe zu kommen, Wesentliches zu bedenken und dann mit neuer Offenheit all dem zu begegnen, was der Tag uns schenkt.

Neu bearbeitete und gestaltete Ausgabe 2015
des von Alexandra Reiter und Hildegunde Wöller
erstmals 2005 herausgegebenen Titels
Gebunden, 329 Seiten, 13,0 x 16,5 cm

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