Internetseite von Jörg Zink
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Das Geschenk eines jeden Tages

Ein Gedanke für heute, 13. Juli

An einem frühen Morgen ging ich einmal durch einen nebelverhangenen Wald. Die Sträucher waren bedeckt mit zarten Spinnweben, und als die Sonne zwischen den Stämmen aufging, begannen die Fäden plötzlich, in allen Farben zu leuchten.

Als ich dieses Bild sah, ging mir durch den Kopf: So ähnlich muss es wohl aussehen, wenn wir einmal sterben.

Da leben wir eingefangen in Rätsel, in Leid und Angst und – vor allem – Schuld. Dann schließen wir unsere Augen, betreten einen schimmernden Durchgang und am Ende erwartet uns das Licht. Und wir werden – auferstehend – verwandelt sein in das Bild, das Gott meinte, als er uns schuf.

Dass aber dieses Bild sich in Umrissen zeigt, geschieht uns schon hier immer wieder.

Trauer hat heilende Kraft, S. 34 f.

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11. Juli

Nicht das ist das Neue, Fremde, dass über Jesus Christus gesagt wird, er sei „Sohn Gottes“, sondern dies, dass eben dasselbe auch von uns Menschen gesagt wird.

Christus ist „Sohn“. Und du, Frau oder Mann, du sollst das gleiche sein: Tochter oder Sohn Gottes. Fasse das! Halte es fest! Lass dich nicht um diese Würde, diesen Rang bringen. Nicht um die Freude, die Begeisterung, um den Mut und was alles eine solche Bezeichnung in dir auslösen mag.

Geh unbefangen und ohne Angst in dich selbst hinein! Du begegnest der Tochter oder dem Sohn Gottes, die oder der in dir verborgen zum Leben gekommen ist.

Dornen können Rosen tragen, S. 277 f.

12. Juli

Was ist denn das Evangelium, von dem wir so viel reden und unter dem so viele Menschen sich nichts vorstellen können? Es ist im Grunde weiter nichts als die Deutung für das, was am Tisch geschieht.

Da sagt Jesus: Komm von der Landstraße, du Mensch auf deinem mühseligen Weg! Hier ist ein Haus. Leg deinen Mantel ab. Den brauchst du draußen, wo es regnet und kalt ist. Stell dein Gepäck ab. Hier ist ein Tisch. Setz dich. Hier sitzen auch andere. Die nehmen dich auf. Die begrüßen dich. Zu denen gehörst du, und nichts, was du bist oder was du mitbringst, soll die Gemeinschaft hindern.

Denn ich, Christus, bin mitten unter euch. Ich lade ein. Ich bin die geöffnete Tür. Ich bin die offene Hand. Ich lege dir das Brot vor. Ich gieße den Wein ein. Mehr noch: Ich bin das Brot. Ich bin der Wein. Komm und iss, es ist alles bereit.

Eine Handvoll Hoffnung, S. 88

Cover, Jörg Zink - Das Geschenk eines jeden Tages

Das Geschenk eines jeden Tages

Ein Jahresbegleiter

Innehalten und Nachdenken an jedem Tag des Jahres
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Die Einsicht, dass jeder Tag geschenktes Leben bedeutet, geht in der Hektik unseres Alltags leicht verloren. Mit einem Text für jeden Tag lädt dieser Jahresbegleiter ein, zur Ruhe zu kommen, Wesentliches zu bedenken und dann mit neuer Offenheit all dem zu begegnen, was der Tag uns schenkt.

Neu bearbeitete und gestaltete Ausgabe 2015
des von Alexandra Reiter und Hildegunde Wöller
erstmals 2005 herausgegebenen Titels
Gebunden, 329 Seiten, 13,0 x 16,5 cm

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